Fondation Horlogère
Fondation Horlogère

Ausblick über die Geschichte der jurassischen Uhrenindustrie

Die Geschichte der jurassischen Uhrenindustrie beginnt am Ende des 18. Jahrhunderts in den Freibergen, als einige Bauern daran gehen, dem Beispiel ihrer neuenburgischen Nachbarn folgend, Uhren und Uhrenteile herzustellen. Es ist die Zeit der Uhrmacher-Bauern und der Fertigsteller. Nach Abschluss der Feldarbeiten, vornehmlich im Winter, wird der Bauer zum Uhrmacher.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts entstehen in den Freibergen mehrere grosse Uhrenunternehmen, wovon einzelne bis heute fortbestanden sind. So zum Beispiel die berühmte Firma Baume & Mercier, die heute ihren Sitz in Genf hat, aber 1830 in Les Bois gegründet wurde.

Im selben 19. Jahrhundert lässt sich die Uhrenindustrie, unter dem Einfluss des Regierungsstatthalters des Bezirks, Joseph Choffat, auch in Porrentruy und in der Ajoie nieder. Uhrenwerkstätten werden in Porrentruy eröffnet und deren Anzahl mehrt sich bis über 1850 hinaus. Ferner entwickelt sich die Uhrenindustrie in Saint-Ursanne, Bonfol, Villars und Fontenais. Fast jeder Teil einer Uhr wird in der Ajoie hergestellt und beinahe vollständige Uhren werden hier hergestellt.

Das Tal von Delémont erreicht die Uhrenindustrie anlässlich einer neuen Entwicklungsphase, die Mechanisierung. Diese konzentriert die Arbeitskräfte in Fabriken. Die Anzahl Uhrenunternehmen steigt, während der Anteil der Heimarbeiter zurückgeht. Diese neuen Uhrenfabriken werden gemäß der Entwicklung der jurassischen Eisenbahn zwischen 1872 und 1877 angesiedelt.

Wenn der Jura zwar auch fertige Uhren herstellt, produziert er jedoch vorwiegend Einzelteile und Uhrenbestandteile. Jede Gegend spezialisiert sich in der Fertigung dieses oder jenes Bestandteils. So werden in den Freibergen vorwiegend Uhrgehäuse und in der Haute-Ajoie Uhrsteine produziert, während die Arbeiter im Tal von Delémont vor allem Gehäusemonteure sind.

Der Jura bleibt von den in der Uhrenbranche zyklisch wiederkommenden Konjunkturkrisen des 20. Jahrhunderts nicht verschont. Die Umstrukturierung des Produktionsapparates in den sechziger Jahren betrifft den Jura ganz besonders, da er viele kleine Familienunternehmen zählt. Diese neigen folglich dazu, zugunsten der Klein- und Mittelbetriebe zu verschwinden.

In den siebziger Jahren wird die jurassische Uhrenindustrie stark vom Ölschock und durch die Krise des Quarzes betroffen. Mehrere als besonders blühende Unternehmen bekannte Firmen verschwinden, so zum Beispiel Jura Watch in Delémont oder Phénix in Porrentruy.